Im Gespräch

Die Zeitschrift der Martin Buber-Gesellschaft

Mit der Herausgabe einer Zeitschrift soll zum einen ein Kontakt unter den Mitgliedern der Gesellschaft hergestellt werden; zum andern gibt uns dies die Chance, dem Denken und Wirken Bubers sowie Themen im »geistigen Umfeld« über den Mitgliederkreis hinaus Geltung zu verschaffen.

Welche Aufgaben stellen wir uns mit dieser Zeitschrift? Wie weit reicht das »geistige Umfeld« unserer Themen? Programmatisch für uns soll Bubers Aussage, er habe keine Lehre, aber er führe ein Gespräch, aus seiner »Antwort« auf Aufsätze zu den verschiedenen Bereichen seines Werks sein (vgl. Paul Arthur Schilpp/Maurice Friedman (Hrsg.): Martin Buber, Stuttgart 1963). Buber schreibt dort, er »zeige nur etwas«: »Ich zeige Wirklichkeit, ich zeige etwas an der Wirklichkeit, was nicht oder zu wenig gesehen worden ist.« (S. 593)

Das bedeutet für die, welche sich ernsthaft mit dem Menschen Buber und seinem Werk beschäftigen, daß sie sich, wenn sie sich mit ihm und seinem Denken auseinandersetzen, eben nicht darauf beschränken können: Es geht in allem zugleich um mehr. Es geht in allem um die Haltung und Bewährung des Menschen in dieser Welt. Und hier gibt es Traditionen und Sichtweisen, von denen man sagen kann, daß sie auf die gleiche Wirklichkeit hinzeigen wie Buber. Insofern ist Buber für uns gleichsam der »Angelpunkt«, von dem aus wir auch andere Richtungen betrachten bzw. zu Wort kommen lassen wollen.

Hier ist zuallererst die Religion und Tradition zu nennen, von der Buber herkam: das Judentum. Und wir hoffen, hier Autorinnen und Autoren mit durchaus unterschiedlichen Sichtweisen zur Mitarbeit zu gewinnen: auch mit Kritik an Buber, auch mit dem Aufzeigen von Denken aus dem Judentum, das sich nicht auf ihn beruft. Eine Reihe der Autoren wird aus dem Umfeld der »christlich-jüdischen Verständigung« kommen; schließlich gehört der Zen-Buddhismus zu diesen Traditionen. Der Name unserer Zeitschrift, »Im Gespräch«, weist auf die hier nur angedeutete mögliche Vielfalt hin.

Eigenständige Aufsätze werden so etwas wie das »Herzstück« unserer Zeitschrift sein: Aufsätze natürlich auch zur Erforschung von Aspekten von Bubers Leben, zu Beziehungen mit anderen Persönlichkeiten, Beiträge zum gesamten Spektrum von Bubers Werk, zu Gegenwartsfragen, zu Bubers lebensgeschichtlichem Umfeld und dem, was daraus geworden ist (s. etwa den Hinweis zum Band von Sandkühler über den Judenmord in Ostpolen in der Bibliographie): Wir leben in keinem geschichtsfreien Raum, und sowohl die Vergangenheit als auch Entwicklungen der Gegenwart müssen uns interessieren. Dazu kommen werden Rezensionen, die Buber-Bibliographie (in beiden Abteilungen mit Hinweisen auch über Buber hinaus), Veranstaltungshinweise, Notizen zur Tätigkeit der Gesellschaft, auch zu Arbeiten, Initiativen einzelner Mitglieder.

»Im Gespräch« ist also eine Zeitschrift für die Mitglieder der Martin Buber-Gesellschaft, die - wie Auswahl und Darbietung der Themen zeigen werden - bewußt darüber hinaus Leserinnen und Leser erreichen will, Menschen interessieren, zum Gespräch, auch zum Mittun anregen möchte.

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